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Wolfgang-Andreas Schultz

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Die Versuchungen des Heiligen Antonius – Fantasie für zwei Klaviere

Das Werk entstand nach dem Roman „La Tentation de Saint Antoine“. Der Roman beschreibt die Versuchungen des Heiligen Antonius während einer Nacht.

Introduktion: Die Wüste am oberen Nil bei Sonnenuntergang, hohe Felsen, die Echos letzter Vogelstimmen.

Thema: Der Heilige Antonius beim Abendgebet.
Variation 1: Beginnende innere Unruhe des Antonius.
Variation 2: Das Gebets-Thema erscheint hässlich verzerrt.
Variation 3: Das Thema erscheint verlockend schön.

Nun treten dem Heiligen Gestalten gegenüber in Episoden mit jeweils eigener Thematik.

Episode: Dämonen, Gespenster und eklige Tiere.
Variation 4: Antonius versucht durch sein Gebet diese Erscheinungen zu verscheuchen.

Episode: Die Königin von Saba mit einer großen Verführungsszene.
Variation 5: Wieder versucht Antonius sich dieser Versuchung zu erwehren.

Es folgen drei Episoden, in denen dem Heiligen Gestalten aus anderen Religionen gegenübertreten:

Episode: Die altägyptische Religion: Isis mit ihrem toten Sohn.
Episode: Ein buddhistischer Tempel: ein tibetischer Buddha in meditativer Versenkung.
Episode: Indische Tänzerinnen.
Variation 6: Wieder nimmt Antonius sein Gebet auf, aber alle Versuchungen stürzen gleichzeitig auf ihn ein.

Diese Variation geht über in eine

Freie Durchführung mit der Verarbeitung aller Themen. Immer mehr Erscheinungen quälen ihn; er hat Visionen von Christenverfolgung und Martyrium. Er bricht zusammen.

Epilog: Erste Morgendämmerung, Sonnenaufgang. „Von der Sonnenscheibe strahlt das Antlitz Jesu Christi. Antonius schlägt ein Kreuz und nimmt sein Gebet wieder auf.“ (Flaubert, Schluss des Romans).

Komponiert 1984/85. Uraufführung: 1986 in Bremen