Wolfgang-Andreas Schultz
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Totentanz – Sieben Holzschnitte für Cembalo

   

Frontispiz: Der tanzende Tod

   

Der kranke Bettler

   

Der Bauer

   

Das Mädchen

   

Der Kaufmann

   

Der Mönch

   

Der Soldat

   

Der König

Die Komposition wurde durch mittelalterliche Totentanz-Darstellungen angeregt: Bilderfolgen, oft durch Verse kommentiert, die den Tod mit den Vertretern aller Stände im Tanz zeigen. So wurde im ausgehenden Mittelalter, als die Pest unzählige Opfer forderte, die Gleichheit aller Menschen angesichts des Todes dargestellt. Totentänze gab es als gemalte Friese, aber auch als Holzschnitt-Folgen. Letztere legten eine musikalische Umsetzung für ein Instrument mit klarer Zeichnung, aber ohne große farbliche Möglichkeiten nahe: für das Cembalo.

Zunächst stellt sich der Tod als Tänzer vor, in einer Art Frontispiz, endend mit einer absteigenden Tritonus-Folge, die dann auch jeden Abschnitt beschließt. Dann treten sieben Gestalten auf, die jeweils auf ihre Art auf den Tod reagieren:

  • der kranke Bettler, der unter seinen Schmerzen leidet und den Tod als Erlöser begrüßt;
  • der Bauer, der sich heftig wehrt;
  • das Mädchen, das zunächst erschrocken ist, sich dem tanzenden Tod dann aber hingibt;
  • der Kaufmann, der in seinen hektischen Aktivitäten in Panik gerät;
  • der Mönch (bei dem der Choral "Mit Fried und Freud fahr' ich dahin" anklingt) ergibt sich ohne großen Widerstand dem Tod;
  • der Soldat, der den Tod ja immer vor Augen hat, fordert ihn zu einem wilden Tanz heraus;
  • der König schließlich, der am meisten zu verlieren hat, wehrt sich am heftigsten.

Jeder Abschnitt schließt mit der absteigenden Tritonus-Folge, zu der jeweils das Hauptmotiv der gerade vorgestellten Figur hinzutritt.