Wolfgang-Andreas Schultz
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Talpa

Kammeroper in einem Akt

Text von Valentin Wember nach der gleichnamigen Erzählung von Juan Rulfo (aus dem Band „Der Llano in Flammen“, mit Genehmigung des Hanser-Verlags)

Personen:

Tanilo Santos (Tenor), Natalia, sein Frau (Sopran), sein Bruder (Bariton), Natalias Mutter (stumm), Pilger (Statisterie, wenn möglich Tänzer).

Orchester:

Flöte (auch Picc.), Klarinette (in A und Es), Trompete (in C); Harfe, Gitarre, Schlagzeug (2 Spieler); 3 Bratschen, Viola da Gamba (oder Violoncello), Kontrabaß.

Dauer:

etwa 45 bis 50 Minuten

Inhalt

Das Vorspiel nimmt den Schluß der Oper vorweg: Natalia weint vor ihrer Mutter; ihr Mann Tanilo ist auf der Pilgerfahrt gestorben und sie fühlt sich schuldig. Diese Szene wird überblendet von einem Bild: Tanilo unter den Pilgern und seine Bitte an die Heilige Jungfrau von Talpa um Heilung.

Die erste Szene zeigt Tanilo, an einer unheilbaren Krankheit leidend. Er erhofft sich Heilung durch die wundertätige Statue der Muttergottes in Talpa und möchte zu ihr pilgern. Seine Frau versucht ihm diesen Wunsch auszureden; sie ist sicher, daß er die Pilgerreise nicht überstehen wird. Aber hinter dem Rücken von Tanilo hat sich eine Beziehung von Natalia zu Tanilos Bruder entwickelt – die beiden beschließen jetzt, Tanilo den Wunsch nach der Pilgerreise zu erfüllen, in der Hoffnung, daß er ihnen dann nicht mehr im Wege steht.

Die zweite Szene zeigt die drei auf der Wanderung. Tanilo kann nicht mehr, wird aber von seiner Frau und seinem Bruder weiter getrieben, bis er hinfällt. Sie bereiten das Lager für die Nacht.

In der dritten Szene finden wir Tanilo abseits schlafend, er träumt von Heilung und vom Zusammensein mit Natalia, während diese bei seinem Bruder liegt, aber auch von seiner Angst vor dem Tod. Der Morgen weckt sie zum Weiterwandern.

Die vierte Szene zeigt sie wieder auf der Wanderung. Tanilo würde am liebsten umkehren. Schließlich trägt ihn der Bruder, aber Tanilos möchte durch Bußübungen seine Leiden verstärken, um rein und würdig vor die Muttergottes von Talpa zu treten. Immer mehr Pilger kommen auf die Bühne und bilden bei der Ankunft in Talpa einen Prozessionstanz, an dem Tanilo teilnimmt und während des Tanzes zusammenbricht. In der Kirche, vor der Statue der Muttergottes, erlangt er noch einmal sein Bewußtsein zurück, bittet intensiv um Heilung – aber er stirbt.

Die Pilger sind verschwunden, so bleiben zu Beginn der fünften Szene Natalia und der Bruder beim toten Tanilo zurück. Während sie ihn begraben, zeigt sich, daß Natalia jetzt ganz zu Tanilo gehört und für seinen Bruder nichts mehr empfindet. Sie treten die Wanderung nach Hause an, Natalia ganz bei Tanilo, sie und der Bruder haben sich nichts mehr zu sagen. Am Ende findet man Natalia, wie zu Beginn der Oper, vor ihrer Mutter weinen.