Wolfgang-Andreas Schultz
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3. Symphonie - Die Passion des Lichts

für Violine und großes Orchester mit Männerchor (2001-02), geschrieben als Violinkonzert für Ingolf Turban

Die menschlich-persönliche Sphäre und die überpersönlich-rituelle zu verbinden, ist die eigentliche Problemstellung der 3. Symphonie. Sie besteht durchweg aus zwei Schichten: Basis ist das gregorianische Requiem, dessen Melodien in Anlehnung an die Traditionen des altrömischen Gesangs und der byzantinischen Musik ornamentiert und mit lang gehaltenen Borduntönen (Ison) versehen sind. Der rituelle Charakter dieser Schicht wird noch hervorgehoben durch eine vor jedem Abschnitt wiederkehrende Schlagzeugformel.

Darüber legt sich das eigentliche symphonische Geschehen mit der Solo-Violine als individueller menschlicher Stimme. Hintergrund dafür ist die Darstellung der Heilsgeschichte als "Passion des Lichts" im Sinne des Anfangs des Johannes-Evangeliums, vom Weihnachtsgeschehen über die Taufe, das erste Wirken, die Versuchungen in der Wüste durch Dämonen und durch Glanz und Herrlichkeit der Welt, über das weitere Wirken, die Verklärung am Berg Tabor, über Passion und Höllenfahrt bis zur Auferstehung in allen ganz menschlichen Aspekten.

Die gregorianischen Gesänge, die von einem kleinen Männerchor gesungen werden, bleiben immer in ihrem sehr ruhigen Tempo und bilden den rituellen Raum, während die Symphonie bzw. das Violinkonzert aus der jeweils dargestellten Situation heraus eine ganze Skala von extrem ruhigen bis zu äußerst schnellen Tempi durchläuft. Da die beiden Schichten auch in ihrer Syntax voneinander unabhängig sind, wird der Eindruck entstehen, sich in zwei Welten bzw. zwei Zeitabläufen gleichzeitig zu bewegen.