Wolfgang-Andreas Schultz
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Krishnas Verwandlungen - Fantasie für Flöte und Klavier

Der indische Gott Krishna, oft als Querflöten-Spieler dargestellt, ist ein großer Liebender. Die Dichtung „Gitagovinda“ von Jagadeva (wahrscheinlich 14. Jahrhundert) erzählt die Geschichten der Liebe zu Radha, sehr menschlich im Reichtum der Gefühle, und ist zugleich ein mystischer Text, der Gott im Inneren des Menschen sucht.

Im ersten Satz („Im Garten“) stellt die Flöte, umrahmt von den Klängen eines Gartens, drei raga-artige Skalen vor – die indische Welt. Das Klavier antwortet mit Motiven und Themen, die Epochen der abendländischen Musikgeschichte anklingen lassen, und die von der Flöte aufgegriffen werden, so als würde Krishna in drei Verwandlungen auftreten:

  1. als mittelalterlicher Troubadour, wo die Melodie eines altfranzösischen Liebeslieds eingefügt ist und wo auch das Tanzlied eines Spielmanns erklingt;
  2. als unglücklich Liebender, unter der Trennung Leidender, mit Anklängen an die Musik des Manierismus (Gesualdo, Frescobaldi);
  3. als glücklich Liebender mit Anklängen an die Musik der Romantik.

Der zweite Satz („Im Tempel“) verbindet diese Elemente zu einer kleinen Geschichte: Nach einem rituellen Beginn finden wir Krishna von Radha getrennt, voll Sehnsucht, aber auch verzweifelt leidend – bis Radha zurückkehrt, beide sich in die Arme schließen und in zwei Tanz-Episoden zueinander finden.

So verbinden sich indische und abendländische Motive zu einer neuen musikalischen Sprache.

Entstanden: 2015/16

Dauer: etwa 15 Minuten (1. Satz: etwa 8 Minuten, 2. Satz: etwa 7 Minuten)