Wolfgang-Andreas Schultz
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Christus-Bilder - eine Symphonie für Orgel in 5 Erzählungen

Die Orgelsymphonie "Christus-Bilder" verdankt sich Erfahrungen, die man durch den Blick anderer Religionen auf das Christentum gewinnt, wenn man über den "Umweg" anderer Religionen und deren spiritueller Praxis das Christentum gleichsam neu entdeckt. Hier sind es der japanische Zen-Buddhismus, die Spiritualität Indiens und der Schamaismus, wie er u.a. in Korea noch lebendig ist. Daraus ergab sich die Idee, einige biblische Geschichten musikalisch neu zu erzählen, wobei die Perspektive der fernöstlichen Kulturen durch Anklänge an deren traditionelle Musik repräsentiert wird.

Pastorale – "Die Hirten und die drei Weisen aus dem Morgenland"

Ausgehend von abendländischen Charakteren wie Pastorale und Berceuse öffnet sich die Musik zu fremden Kulturen, wenn die drei Weisen aus dem Morgenland auftreten, um das Christuskind anzubeten: ein Zen-Buddhist, ein indischer Weiser und ein Schamane.

"Die Stillung des Sturmes" – Passacaglia

Das Thema des Zen-Meisters aus der Pastorale wird zu einem Ostinato umgeformt, der, unberührt von dem sich darüber erhebenden Sturm und der Angst der Jünger, im Baß wiederholt wird, bis sich der Sturm durch das Christus-Wort beruhigt.

Präludium und Fuge – "Die Verklärung und die Heilung des besessenen Knaben"

Diese beiden Geschichten werden in der Bibel unmittelbar hintereinander erzählt. Die Verklärungs-Szene lässt eine von indischen Ragas beeinflusste Melodik und lange, statische Klangräume anklingen, während die Fuge mit ihrem wild expressiven Thema den besessenen Knaben charakterisiert. In ihre Entwicklung wird dann eine schamanische Heilung eingefügt (die viele Ähnlichkeiten mit der von Jesus berichteten Heilung hat), durch Anklänge an schamanische Ritual-Musik aus Korea. Schließlich erscheint das Christus-Thema der Verklärungs-Szene und wird am Ende mit dem des jetzt geheilten Knaben kombiniert.

"Nach der Grablegung" – Fantasie

Der Satz beginnt mit der Landschaft der Kreuzigung; auf das Christus-Thema folgen das Ritual der Grablegung und die Höllenfahrt Christi, die zwar im Glaubensbekenntnis erwähnt, aber nur im apokryphen Nikodemus-Evangelium geschildert wird. Die Höllenfahrt weist erstaunliche Parallelen zu schamanischen Unterweltreisen auf, insofern auch der Schamane mit Dämonen kämpfen muß und die Seelen an einen friedvollen Ort geleiten kann. Nach dem Sieg über Satan werden Adam und Eva aus der Erstarrung erlöst, und am Ende wendet der Blick sich wieder zur Erde zurück, zum Ostermorgen und zur Erscheinung des Auferstandenen.

Entstanden 2012/13
Dauer: Insgesamt etwa 41 Minuten