Wolfgang-Andreas Schultz
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Im Blick der Bilder

Fünf Klavierstücke in Form von Präludien und Fugen nach Bildern von Claude Lorrain, Jacopo Tintoretto und Caspar David Friedrich

Claude Lorrain: Noli me tangere
1.
Jacopo Tintoretto: Die heilige Maria Magdalena
2.
Jacopo Tintoretto: Die Flucht nach Ägypten
3.
Jacopo Tintoretto: Jakobs Traum
4.
Caspar David Friedrich: Abtei im Eichwald
5.
  1. „Noli me tangere“, nach Claude Lorrain: Dunkel, Morgendämmerung, auf dem Hügel hinten sieht man noch die drei Kreuze. Maria Magdalena, voll Unruhe und Sorge, sucht Jesus, denn das Grab ist leer, sie fragt den Gärtner und erkennt dann in ihm den Auferstandenen, der ihr sagt: „Rühre mich nicht an!“
  2. „Die heilige Maria Magdalena“, nach Jacopo Tintoretto: Maria Magdalena, eine gebildete Frau, lesend dargestellt in einer geheimnisvoll-überirdischen Landschaft.
  3. „Die Flucht nach Ägypten“, nach Jacopo Tintoretto: die Heilige Familie (Maria, Joseph und das Jesuskind) auf der Flucht vor Herodes, denn dieser fürchtet den prophezeiten „neugeborenen König“ und will alle Kinder umbringen lassen.
  4. „Jakobs Traum“, nach Jacopo Tintoretto: Jakob, unruhig schlafend – schließlich sieht er im Traum die Leiter, auf der die Engel sich auf- und abwärts bewegen, die Jakobsleiter.
  5. „Abtei im Eichwald“, nach Caspar David Friedrich: im unteren, dunklen Teil des Bildes eine Winterlandschaft, ein Friedhof mit Eichen, Mönche schreiten zu einer Totenfeier in die Ruine eines Klosters – der Himmel darüber hell leuchtend.

Die Stücke benutzen die Form „Präludium und Fuge“ in der Art der mittleren Barockzeit, der Komponisten-Generation vor Bach, wo freie Partien und Fugenabschnitte sich abwechseln in einer im Grunde einsätzigen Komposition. Ihre Anregung empfingen sie von den genannten Bilder, ohne den Anspruch einer genauen Bildbeschreibung zu stellen.

Die Stücke können auch einzeln aufgeführt werden; denkbar ist ebenfalls eine Aufführung der drei mittleren Stücke, die sich auf Tintoretto beziehen (Nr. 2,3 und 4). In einigen Partien verlangen die Stücke eine raffinierte und fantasievolle Pedalisierung. Ein Instrument mit drittem Pedal wäre eine große Hilfe – sollte es aber nicht vorhanden sein, dürfen gelegentlich liegende Töne bzw. Akkorde weniger lange gehalten werden. Es lassen sich „gemalte“ und „gezeichnete“ Partien unterscheiden – letztere sind die Fugenabschnitte. In den „gemalten“ Partien darf das Pedal genutzt werden, um ein geheimnisvolles Halbdunkel herzustellen, auch da, wo „mit Pedal“ nicht ausdrücklich vorgeschrieben ist.

Die Verteilung auf die beiden Hände möge jede(r) Interpret(in) selber vornehmen, unabhängig von der Notation.

Versetzungszeichen gelten grundsätzlich für den ganzen Takt, werden trotzdem gelegentlich der Klarheit wegen erneuert.

Dauer: 3, 3, 2, 4.30, 5.30, zusammen 18 Minuten
Komponiert 2018